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6.11 Zehntscheune / Pranger

In Kürze:
Zehntscheune / Teintschüre vor 1777
Gerichtsrechte bis 1806
Fachwerkständerbau um 1700
mit Schandgesichtern an den Eckpfosten

In alten Zeiten hatten die Dorfbewohner vielfältige Abgaben und Dienstleistungen für die adelige Herrschaft zu erbringen. Insbesondere beim Vorwerk Rangen waren große Ackerflächen zu bestellen und Holz aus dem Reinhardswald musste nach Rangen gebracht werden. Jedes Dorf hatte einen bestimmten Bezirk an der Holländischen und Bremer Straße in Ordnung zu halten. Außerdem mussten noch Treiber für die Jagd in den Habichtswald gestellt werden. Neben den Frondiensten musste noch der Zehnte entrichtet werden; auf die heutige Zeit übertragen hieß das, dass von jeder Ernte 10 % an Steuern an die landgräfliche bzw. malsburgische Obrigkeit abzuliefern war. Die Zehntscheune (Teintschüre) war als große Fachwerkscheune errichtet worden und der den Herren von der Malsburg zustehende Zehnte wurde dort abgeliefert und eingelagert. In der Dorfbeschreibung von 1777 wird erwähnt: „In Westuffeln befindet sich als herrschaftlicher Besitz nur eine Zehntscheune, die ¼ Acker, 6 Ruten groß ist.“ Später wurde eine Wohnung in das große Gebäude eingebaut und das Erdgeschoss massiv errichtet. In den 1970er Jahren wurde das Gebäude abgerissen.



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Das Halsgericht

Im Ort wurden sogenannte „Halsgerichte“ abgehalten, wobei Schöffen aus den benachbarten Städten über Mord, Totschlag, Diebstahl und dergleichen – im Dorf oder in der Feldmark gegangen – entschieden. Am Haus Rüddenklau, das nicht zufällig früher gegenüber der Zehntscheune stand, ist ein Schandgesicht oder Schandpranger aus dem Eckbalken geschnitzt und bemalt. An einem Eisenring unten an dem Balken wurden früher die Straffälligen und säumigen Abgabenerbringer angekettet und so der Verachtung der Bevölkerung preisgegeben. Sie wurden beschimpft, bespuckt und geschlagen. Im Giebel des Fachwerkhauses ist eine Figur zu sehen, die in der Art der heute oft verwendeten Justitia ein Symbol der Gerechtigkeit sein soll, der an diesem Ort genüge getan wurde.



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Gerichtsrechte

Mit einem neuen Vertrag endete 1787 die Mengejurisdiktion in Westuffeln. Die Malsburger verzichten darin völlig auf die hohe und niedere Gerichtsbarkeit in Westuffeln, Niedermeiser und Bründersen im Austausch gegen landgräfliche Gerichtsrechte in Ober- und Niederelsungen und in Niederlistingen. Alle übrigen Rechte und Dienstleistungen, auch das Patronatsrecht für die Kirche sowie die Bestrafung von Waldfrevel im Gemeindewald und bei einfachen Ehebruchfällen blieb den Malsburgern erhalten.
Die aus dem Mittelalter stammenden Gerichtsrechte wurden 1806 aufgehoben, als das Kurfürstentum Hessen-Kassel von Frankreich besetzt wird und das Königreich Westfalen mit König Jerome und Kassel als Hauptstadt ins Leben gerufen wird. Sieben Jahre später werden Jerome und sein Bruder Napoleon in den Befreiungskriegen geschlagen und der Kurfürst kehrt nach Kassel zurück. Die alten Gerichtsrechte werden jedoch nicht mehr in Kraft gesetzt und auch das Amt Zierenberg bestand nur noch kurze Zeit. 1821 wurde der Kreis Hofgeismar gegründet, zu dem auch Westuffeln gehörte. Ein Justizamt und die Renterei (Vorläufer des Finanzamts) wurden in Grebenstein eingerichtet.



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