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6.05 Neue Schule

(Dorfgemeinschafts- bzw. Alexander-Vial-Haus) Schulstraße 6

Kurzinfos:
1951 Schule für 115.000 Mark erbaut (bis 1966)ab 1972 Kinderspielkreis und
ab 1991 nach Erweiterung als Kindergarten
ab 2004 in Alexander - Vial - Haus umbenannt,
der 35 Jahre als Lehrer bis 1952 in Westuffeln unterrichtete



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Durch den Bevölkerungszuwachs nach dem Krieg wurde 1949 eine dritte Lehrstelle erforderlich. 1951 wurde die neue Schuleam Friedenshügel gebaut. Als Schule wurde dieses Gebäude aber nur bis 1966 genutzt, dann wurde die Volksschule in

Westuffeln geschlossen und die Kinder mussten nach einem kurzen Intermezzo mit Grebenstein nach Calden zur Schule
gehen. Das Gebäude wird heute als Dorfgemeinschaftshaus und Kindergarten genutzt.

1803 wurde in Westuffeln das erste eigenständige Schulhaus am Kirchplatz gebaut. Die Hausinschrift gibt über die Baugründe Auskunft: Als wir schrieben Achtzehnhundert und Drei Da ward aufgeführt dies Schulgebäu Herr Schoedde war kurfürstlicher Amtmann und Rath Er befahl weil Kinder sind Pfleglinge dem Staat die Schule zu bauen geräumlich bequem und gesund. Das wurde ausgeführt zur Stund. W. Rudolf Kurfürstlicher Grebe der BaurMei. J. C. Holdt die Vorsteher J. C. Fülling und J.H. Kraft halfen daselbst mit Ordnung bauen.

Während des Russland-Feldzuges Napoleons wurde 1812 in diesem Gebäude im Obergeschoss ein Feldlazarett eingerichtet.

Das Thema „Hitzefrei" beschäftigte die Kinder in alter Zeit genauso wie heute (1880 Schulchronik) : Der Lehrer musste sich die Erlaubnis bei seinem Vorgesetzten, dem Pfarrer, einholen.

Euer Hochehrwürden!
bitte ergebenst, bei wie viel Grad Hitze die Schule ausgesetzt werden darf.
Ich habe augenblicklich fast 21 Grad in der Schulstube.
Westuffeln, d. 16.7.80 Schäffer.

Setzen Sie getrost aus.
G.A. Lometsch, Pfr.
Der Nachmittagsunterricht fällt aus, wenn d. Thermometer morgens 11 Uhr 20 Grad im Schatten zeigt -Jetzt sind 22 Grad.


Der Pfarrer hatte das letzte Wort und konnte eine Entscheidung des Lehrers überstimmen, wie aus einer Notiz von 1888 hervorgeht: Westuffeln, den 29ten August 1888.

Geehrter Herr Lehrer!

Hierdurch teile ich Ihnen ergebenst mit, daß ich zwar die Gründe anerkenne, welche Sie bewogen haben, dem Kinde des Müllers Weißgerber den nachgesuchten Urlaub abzuschlagen, daß ich aber gleichwohl den dringenden Bitten der Mutter nachgegeben habe und bitten muß, die Schülerin für morgen zu entschuldigen. Was nämlich die Zeit anlangt, so hatte die Reise nicht während der Ferien stattfinden können, weil erst mit dieser Woche die Messe begonnen hat und was den Fleiß des Kindes betrifft,

so hat die Mutter versprochen, nach Kräften dahin zu wirken, dass in Zukunft der Anlaß zur Klage aufhöre.Gleichzeitig übersende ich Ihnen s.p.r. die neue
Dienstanweisung Königlichen Konsistoriums, wie es heißt, zur Nachricht und Nachachtung sowie zur Abschriftnahme für die Akten.
Mit frdl. Gruß Heisen, Pfarrer
Der Beginn der Herbstferien (auch: Michaelisferien) richtete sich schon mal nach der Kartoffelernte:
Westuffeln, den 19ten September 1890.

Hierdurch teile ich Ihnen ergebenst mit, dass ich mich nachträglich davon überzeugt habe, wie dringend wünschenswert jetzt ausnahmsweise ein früherer Beginn der Kartoffel-Ernte-Ferien erscheint. Ich ersuche Sie deshalb, die eigenen Wünsche diesmal den begründeten Bitten der Gemeinde hintanzusetzen und - vorbehaltlich der von mir eingeholten Genehmigung des Herrn Kreisschulinspektors - die Ferien mit Beginn nächster Woche anfangen zu lassen.

Der Lokalschulinspektor Heisen, Pfarrer An
Herrn Lehrer Schäffer

1938 wurde der Neubau eines Schulgebäudes wegen der Gefährdung der Kinder durch den zunehmenden Verkehr auf der Holländischen Straße geplant. Die Gemeinde hatte bereits einen großen Bauplatz an der Straße Richtung Grebenstein - etwa 200 Meter vor dem Dorf - auserwählt; durch die Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung und den Kriegsausbruch 1939 wurde dieser Plan jedoch nicht mehr verwirklicht. 1949 bekam die Schule sogar eine dritte Lehrerstelle - eine Auswirkung des Bevölkerungszuwachses durch Flüchtlinge und Evakuierte. Auch die Räumlichkeiten reichten bei weitem nicht mehr aus. So wurde am 31.10.1950 der Grundstein für eine neue dreiklassige Schule in der Nähe des Friedenshügels gelegt. Eine eingemauerte Urkunde hatte folgenden Text:

Als der Grundstein für unsere neue Schule am 31. Oktober 1950 gelegt wurde, war Friedrich Kloppmann Bürgermeister, hatte unser Dorf 985 Einwohner, darunter 273 Flüchtlinge und 81 Evakuierte, waren Alexander Vial und Hans Halama Lehrer und Anneliese Freye Lehrerin, betrug die Schülerzahl in 3 Klassen 145. Möge vom neuen Schulhaus ein reicher Segen ausgehen für Kinder, Lehrer und das ganze Dorf!

Die Bauarbeiten waren schwer, die Fundamente mussten in Mergel und Buntsandstein ausgeschachtet werden. Gemauert wurde mit Backsteinen in Handarbeit, technische Hilfsmittel der heutigen Zeit, wie z.B. eine Mischmaschine, gab es damals noch nicht. Das Gebäude wurde mit einem Kostenaufwand von 115.000 DM errichtet. Am 21. Oktober 1951 fand die Einweihung der neuen Schule statt.

Leider hatte die neue Schule keine lange Zukunft in ihrer ursprünglichen Bestimmung. Sie wurde 1966 aufgelöst und die Kinder aus Westuffeln gehen seitdem in Calden, Grebenstein und Hofgeismar zur Schule. Das Schulgebäude wird als Dorfgemeinschaftshaus und Kindergarten genutzt.



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